Evangelische Kirchengemeinde Kraftsdorf

Gemeindefest mit Musical „Die Reise nach Jerusalem“ in Rüdersdorf am 17.06.2018

Am Sonntag, dem 17. Juni 2018 hatte unsere Kirchengemeinde Rüdersdorf-Kraftsdorf zum alljährlichen Gemeindefest nach Rüdersdorf eingeladen. Es ist stets ein Höhepunkt im Lauf des Kirchenjahres, den man nicht verpassen darf und der jedes Jahr aufs Neue mit Spannung und Vorfreude erwartet wird. Welches Programm hat sich diesmal unser Pfarrerehepaar Christian Kurzke und Claudia Rammelt für den Eröffnungs-Gottesdienst ausgesucht und wie wird es dargestellt? Das ist immer wieder die große Frage, auf die die zahlreichen Besucher ab 14.00 Uhr in der Rüdersdorfer Kirche die ersehnten Antworten bekamen. Rund 80 Mitwirkende nahmen Groß und Klein mit auf eine schwungvolle und fröhliche musikalische „Reise nach Jerusalem“. Chorsängerinnen und -sänger aller Generationen gestalteten das berührende und zu Herzen gehende Singspiel mit vollem Einsatz und großer Begeisterung. Von der ersten bis zur letzten Minute sprang der Funke auf die Zuhörer über, immer wieder gab es Zwischenapplaus und am Ende lang anhaltenden Beifall für diese ganz besondere und hervorragende Leistung. 

Ein solcher Erfolg kommt natürlich nicht von ungefähr und will gut vorbereitet sein. Ein halbes Jahr probten Kinderchor, Gospelchor, die Kirchenchöre Rüdersdorf und Kraftsdorf und die Gitarrengruppe zunächst jeder für sich mit ihren Chorleitern intensiv die Lieder und Texte für das Stück. Christian Kurzke und Claudia Rammelt, Paul Bars und Jessica Brömel spornten die Chormitglieder immer wieder zur Verbesserung und zum Durchhalten an. In der Endphase wurde dann mehrmals gemeinsam unter der musikalischen Gesamtleitung von Claudia Rammelt geprobt, bis alles „im Kasten“ war. Hierbei kam noch Lektor Uwe Kaselowsky aus Pörsdorf ins Spiel, der mit der entsprechenden Technik für den richtigen und perfekten Ton sorgte.

Worum geht es eigentlich bei der Reise nach Jerusalem? Die Handlung des Musicals spielt zu der Zeit, als Jesus ca. 12 Jahre alt war. Viele Familien aus Nazareth, wo auch Jesus als Kind lebte, wollen am jährlichen Passahfest in Jerusalem teilnehmen. Sie bereiten diese Reise in die Stadt ihrer Sehnsucht vor und pilgern gemeinsam dorthin. Die große bunte Stadt mit dem Tempel und dem Fest begeistert die Menschen, sie feiern fröhlich mit und loben Gott mit ihren Gebeten und Liedern. Alle wollen in den Tempel und erfahren, was die Welt im Innersten zusammenhält. Plötzlich geht Jesus im Gewimmel verloren. Die Familien finden ihn im Tempel wieder und staunen total, als sie sehen, wie er mit den Priestern und Schriftgelehrten diskutiert, obwohl er noch ein Kind ist. Ihnen wird klar, dass Jesus der künftige Messias, der Erlöser sein wird, so wie es in den alten Schriften steht und den die Menschen so dringend brauchen. 

Nach dieser beeindruckenden Vorstellung in der Kirche konnten sich Akteure und Besucher zunächst auf ein ebenso phantastisches Kuchenbuffet im Gemeindezentrum freuen und sich damit stärken. Danach war Zeit für ein paar gemütliche Stunden in entspannter Atmosphäre im sommerlichen Pfarrhof-für gute Gespräche bei niveauvoller Unterhaltungsmusik mit Uwe Kaselowsky oder beim Ansehen eines WM-Fußballspiels für die Erwachsenen. Die Kinder hatten ihren Spaß bei Sport und Spiel und schönen Bastelarbeiten. 

Wir sagen ein herzliches Dankeschön für dieses wunderbare Gemeindefest, das sich würdevoll einreiht in die schönen Traditionen, die damit verbunden sind und die es immer wieder zu einem unvergesslichen Tag machen. Unser Dank richtet sich an die Chöre und Chorleiter, an alle Mitwirkenden und Helfer vor und hinter den Kulissen, an die Eltern der Kinderchorkinder, an alle fleißigen Kuchenbäcker und nicht zuletzt an unser ideenreiches und engagiertes Pfarrerehepaar. Sie verstehen es ausgezeichnet, alle Generationen unserer Gemeinde zusammenzuführen, so wie es alle Chöre und Besucher im Abschlusslied des Gottesdienstes gemeinsam sangen: In Gottes Haus sind offene Türen, für Jung und Alt, für Arm und Reich. In Gottes Haus ist jeder willkommen und seine Liebe ist für alle gleich.

Monika Grzanna

Himmelfahrt 2018: Gottesdienst an den Tesseteichen - immer wieder ein Erlebnis

Seit 2002 feiern wir ihn traditionell unter freiem Himmel – den Gottesdienst am Feiertag Christi Himmelfahrt. Auch diesem Jahr hatte unsere Kirchengemeinde Rüdersdorf-Kraftsdorf dazu ins Naherholungsgebiet Tesseteiche eingeladen. Blauer Himmel, Sonnenschein und sommerliche Temperaturen boten beste Bedingungen für einen stimmungsvollen Vormittag und lockten sehr viele Besucher auch aus den Nachbargemeinden und aus Gera in die herrliche Natur. Das alles erzeugte eine wunderbar fröhliche und heitere Stimmung, die beflügelte und Herz und Seele für einen besonderen Gottesdienst öffnete. Gestaltet wurde er von den Pfarrern Christian Kurzke und Stefan Langner aus St. Gangloff, Chorsängerinnen aus beiden Kirchspielen, Bläsern des Blasorchesters Elstertal Bad Köstritz, Simone Straßburger am Keybord und Lektor Jörg Straßburger. Eine gut ausgewählte und ansprechende Mischung aus Lesungen, Gebeten, Chor- und Gemeindegesang sowie musikalischer Begleitung erfreute und regte gleichzeitig zum Nachdenken an. 

In seiner Predigt ging Pfarrer Kurzke der Frage nach, wann für uns der Himmel aufreißt und sich für uns öffnet. Als Christen hoffen wir, dass wir dabei ein Stück von Gottes Herrlichkeit sehen können. Speziell an Himmelfahrt richten wir uns nach oben aus und das sollte vor allem bei den zwei Taufen so sein, die ebenfalls im Gottesdienst stattfanden. Zunächst verwies er auf die Taufe von Jesus Christus, bei der sich der Himmel öffnete und die Stimme Gottes zu vernehmen war, der sagte „Das ist mein lieber Sohn“. Für uns öffnet sich Gottes Himmel, wann immer wir Gott in unseren Mitmenschen erkennen. Dafür brauchen wir keine große Reise zu unternehmen und ihn an fernen Orten zu suchen, so Pfarrer Kurzke. Der Himmel ist nach seinen Worten immer da, wo Gott uns hingestellt hat. Wir sollten nicht nur nach oben blicken, sondern auf unser Leben mit Gott. Den Himmel und damit die Gnade und den Frieden Gottes sollten wir immer in uns tragen.

Diese Wünsche galten allen Besuchern und ganz besonders den beiden kleinen Jungen aus Harpersdorf, die als Höhepunkt und Abschluss des Gottesdienstes unter Gottes freiem Himmel feierlich getauft wurden. Die Taufsprüche für Richard und Olsen aus dem Psalm 139, 5 und Jesaja, Kapitel 40, 31 waren mit Bedacht ausgesucht und sollen sie durch ihr Leben begleiten. Sie lauten „ Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir“ und „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ 

Verse, die uns allen Mut machen und Hoffnung geben können, so wie das Abschlusslied des Kirchenchores mit dem schönen Refrain: Manchmal brauchst du einen Engel, der dich schützt und dich führt. Gott schickt manchmal einen Engel, wenn er deine Sorgen spürt“. 

Monika Grzanna

 

Kreuzweg am Karfreitag entwickelt sich zur Pilgerwanderung

Seit 2002 lädt unsere Kirchengemeinde Rüdersdorf-Kraftsdorf zum Kreuzweg am Karfreitag ein, um dem Leiden und Sterben von Jesus Christus zu gedenken. Mit den Jahren sind die Teilnehmerzahlen erfreulicherweise stetig gestiegen, immer mehr Menschen finden sich zum Eröffnungs-Gottesdienst in Mühlsdorf und zu den nachfolgenden Andachten in den Kirchen Pörsdorf, Rüdersdorf, Niederndorf, Harpersdorf und Kraftsdorf ein. Am 30. März 2018 waren es um die 100 Besucher, die sich vor der Pörsdorfer Kirche zum traditionellen Gruppenfoto versammelten. Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass sich unser Kreuzweg zu einer kleinen Pilgerwanderung entwickelt hat, die für viele Menschen am Karfreitag, dem höchsten Feiertag der evangelischen Christen, zum festen Bestandteil geworden ist.

Was macht den Kreuzweg so beliebt? Zum einen ist es die Tatsache, dass ihn keine weitere Kirchengemeinde im Kirchenkreis Gera und wohl auch darüber hinaus in dieser Form durchführt. Zum anderen wird er dank der engagierten Mitwirkung vieler ehrenamtlicher Mitstreiter erst möglich. Die niveauvollen Andachten in den Kirchen werden von Lektoren und jungen Christen unserer Gemeinde gehalten. Der Gospelchor unter der Leitung von Kantor Paul Bars sorgt jedes Jahr erneut für eine gelungene musikalische Umrahmung des Gottesdienstes in Mühlsdorf. Die Andacht in der Pörsdorfer Kirche gestaltet seit einigen Jahren der Kinderchor unter der Leitung von Pastorin Claudia Rammelt, auch dies ist zur guten Tradition geworden. Die Darstellung des schwierigen Themas von Leiden und Tod durch die Kinder zeigt ganz andere Blickwinkel dazu auf.

In seiner Predigt beim Gottesdienst in Mühlsdorf befasste sich Pfarrer Christian Kurzke mit dem eigentlichen Sinn des Kreuzwegs. Im Garten von Gethsemane in der Nacht vom Gründonnerstag zum Tag seiner Verurteilung und Kreuzigung kämpfte Jesus gegen seine Angst davor an. Er betete und bat Gott, diesen Kelch an ihm vorüber gehen zu lassen, doch Gott schwieg dazu. Daraufhin änderte Jesus sein Gebet in die Worte „Dein Wille geschehe“ und ging seinen schweren, ihm vorbestimmten Weg. Auch wir durchleben oft solche Nächte voller Angst und müssen schwere Wege gehen, die nicht umkehrbar sind. Dann sollten wir uns auf das Gebet besinnen und darauf, was am Karfreitagsgeschehen wichtig und bedeutungsvoll ist. Obwohl es für uns so schwer wie für Jesus ist, Gottes Schweigen in der Nacht des Lebens auszuhalten, sollten wir weiter beten. Damit können wir auch in schweren Zeiten Trost und Hoffnung finden.

Monika Grzanna

 

ökumenischer Gottesdienst am Palmsonntag 25.03.2018 zur Einführung von Pfr. C. Kurzke in den Dienst des Flüchtlingsseelsorgers im Kirchenkreis Gera

Neben seinen vielfältigen Aufgaben in unserer Kirchengemeinde Rüdersdorf-Kraftsdorf ist Pfarrer Christian Kurzke seit August 2017 als Flüchtlingsseelsorger in Gera tätig. Bei dieser neuen Herausforderung kann er auf seine langjährigen Erfahrungen bei der Unterstützung orientalischer Christen und verfolgter Minderheiten im Nahen Osten aufbauen. Erinnert sei an die große Hilfsaktion unserer Gemeinde und des Kirchenkreises Gera für Christen im Nordirak, die eine große Resonanz auch bundesweit fand und sich bis heute mit Spenden fortsetzt. Seit 2014 organisiert er in Zusammenarbeit mit dem kirchlichen Entwicklungsdienst unserer Landeskirche immer wieder Hilfsprojekte für verfolgte und geflüchtete Christen im Nordirak, Syrien und im Libanon. Mehrmals bereiste er diese Länder, um sich vor Ort über die Lage zu informieren, Spenden mit zu verteilen und zu schauen, wo weitere Hilfe nötig ist. Dieses Handeln ist ihm zur Herzensangelegenheit geworden und bietet die besten Voraussetzungen für die seelsorgerliche Arbeit für die Menschen, die es als Flüchtlinge zu uns nach Gera verschlagen hat. Pfarrer Kurzke engagiert sich deshalb ebenso tatkräftig für die Belange der Flüchtlinge in Gera, begleitet und unterstützt sie in Krisen- und Notfallsituationen. Mehrsprachige ökumenische Gebete und Andachten gehören ebenso zu seinen Aufgaben wie die Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten zwischen orientalischen Christen und Geraer Gemeinden.   

Am Palmsonntag, dem 25. März 2018 fand der ökumenische Gottesdienst zur Einführung von Pfarrer Kurzke in den Dienst der Flüchtlingsseelsorge statt. Es war ein besonderer und sehr bewegender Gottesdienst, zu dem sich in der Römisch-Katholischen Kirche St. Elisabeth Gera zahlreiche Christen unterschiedlicher Konfessionen aus Gera und Rüdersdorf-Kraftsdorf sowie orientalische Christen aus Syrien und Eritrea, die in Gera zu Hause sind, einfanden. Gemeinsam wurde gebetet und gesungen und man konnte dabei die große Verbundenheit über Konfessionen und Ländergrenzen hinweg durch den Glauben und Gottes Wort hautnah spüren und erleben. Orthodoxe Christen aus Syrien und katholische Christen aus Eritrea bereicherten den Gottesdienst mit ihren wunderbaren Liedern sowie mit Gebeten und Lesungen in arabischer und griechischer sowie in deutscher Sprache.

Die Einsegnungshandlung für Pfarrer Kurzke nahmen dann gleich mehrere Geistliche in einer feierlichen Zeremonie vor: Superintendent Andreas Görbert für den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Gera, Dekan Klaus Schreiter von der Katholischen Kirche St. Elisabeth, Rabieh Nassour - Pfarrer der Orthodoxen Kirche für die Region Leipzig/ Gera und Stefan Taubmann als Vertreter der freikirchlichen Gemeinden. Sie alle segneten Pfarrer Kurzke mit Gottes Wort und wünschten ihm damit Kraft und Zuversicht für sein verantwortungsvolles Amt. Andreas Görbert stellte heraus, dass sich in der Seelsorge für die Flüchtlinge die wahre Gemeinschaft der Kirchen und Christen dieser Welt offenbart.

In seiner Predigt hob Pfarrer Kurzke hervor, dass sich die religiöse Landkarte in Gera seit einigen Jahren verändert hat. Durch die Flüchtlinge ist sie bunter und vielfältiger geworden. Die Kirchen in Gera stehen den Geflüchteten offen für Taufen, Treffen und Begegnungen. In der Stadtverwaltung wurde ein interreligiöser Stammtisch ins Leben gerufen. Als Seelsorger für die Flüchtlinge erlebt er sehr viel, manchmal auch Ablehnung ihnen gegenüber. Doch insgesamt sei er selbst auch an ihren Sorgen und Problemen gewachsen. Von großer Wichtigkeit ist es, dass sich beide Seiten füreinander öffnen und aufeinander zugehen. Dann werden die Worte aus dem Johannesevangelium wahr, wo es heißt: Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen.

Monika Grzanna

 

Konfirmanden stellten sich der Gemeinde vor am Donnerstag, 22.03.2018

Traditionell findet am Pfingstsonntag der festliche Gottesdienst zur Konfirmation in unserer Kirchengemeinde Rüdersdorf-Kraftsdorf statt, in diesem Jahr am 20. Mai in der Kirche St. Peter und Paul zu Kraftsdorf. Im Gottesdienst werden die Konfirmanden mit einer feierlichen Einsegnung als vollwertige Mitglieder in unsere Kirchengemeinde aufgenommen. Dies ist der Abschluss ihrer Konfirmandenzeit, in der sie sich zwei Jahre intensiv auf diesen Höhepunkt vorbereitet haben. Mit Pfarrer Christian Kurzke haben sie sich einmal wöchentlich zum Konfirmandenunterricht im Rüdersdorfer Gemeindezentrum getroffen, um über die Grundlagen des christlichen Glaubens zu sprechen sowie wichtige Dinge über die Bücher  der Bibel, geschichtliche Hintergründe und Wegbereiter des Glaubens und christliche Persönlichkeiten zu erfahren. Darüber hinaus wurden interessante Exkursionen und eine Konfirmanden-Rüstzeit gemeinsam mit den Konfirmanden aus den Kirchspielen der Nordregion des Kirchenkreises Gera durchgeführt. Als Konfirmand gilt es natürlich auch, wichtige und im Gottesdienst immer wiederkehrende Gebete, Psalmen und Lieder auswendig zu lernen, nicht nur für die Konfirmation und den Pfarrer, sondern vor allem für das eigene Leben.

Wie das den fünf Konfirmanden des Jahrgangs 2018 gelungen ist und wer überhaupt konfirmiert werden möchte, davon konnten sich Vertreter des Gemeindekirchenrates, Mitglieder unserer Kirchengemeinde sowie Eltern und Großeltern am 22. März 2018 im Gemeindezentrum Rüdersdorf selbst überzeugen. An der Vorstellung nahmen auch vier Vorkonfirmanden teil, die bis zu ihrer Konfirmation im Jahr 2019 noch genügend Zeit zum Lernen haben. Zu Beginn stellte Pfarrer Kurzke die Vertreter des Gemeindekirchenrates vor und berichtete kurz über die verschiedenen Aufgaben, die alle ehrenamtlich geleistet werden. Simone Straßburger als Vorsitzende des Gremiums sprach zu den Jugendlichen und betonte, dass es gut und wichtig ist, die zahlreichen Aufgaben in einer Kirchengemeinde und ihre Vertreter kennenzulernen. Umgekehrt möchte auch die Gemeinde die jungen Leute mit ihren Wünschen und Problemen kennenlernen und verstehen.

Dann waren endlich die Jugendlichen an der Reihe. Nahezu alle hatten fleißig gelernt und schließlich keine große Mühe, wichtige Bestandteile des Gottesdienstes wie Vaterunser und Glaubensbekenntnis, aber auch die Gebote und den Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte“ wiederzugeben. Von der älteren Generation erfuhren die jungen Leute, dass sie vor 30, 50 oder 60 Jahren noch wesentlich mehr auswendig zu lernen hatten als heute, damit sie konfirmiert werden konnten. In einem umfangreichen schriftlichen Test aus dem Konfirmandenunterricht von 1991 konnten sich schließlich Jung und Alt prüfen, wie es mit dem Wissen rund um den Glauben ganz konkret bestellt war.

Die fünf Konfirmanden für 2018 können jedenfalls ohne Bedenken zu Pfingsten konfirmiert werden. Diesen Beschluss fassten Pfarrer Kurzke und die anwesenden Mitglieder des Gemeindekirchenrates einstimmig im Anschluss an die Vorstellung. Es sind Philipp Brühl aus Harpersdorf, Cora Fröhlich aus Niederndorf, Serafina Heerling aus Kraftsdorf, Cora Müller aus Rüdersdorf und Lea Voigt aus Bad Köstritz.

Monika Grzanna

 

Advent und Weihnachten in unseren Kirchen

Die Advents- und Weihnachtszeit ist jedes Jahr aufs Neue eine ganz besondere Zeit. Alles fiebert dem größten und schönsten Fest des Jahres entgegen. Auch in den Kirchen unserer Gemeinde Rüdersdorf/ Kraftsdorf konnte man zur Ruhe kommen, Kraft tanken und sich wunderbar auf Weihnachten einstimmen. Dazu gab es viele gute Gelegenheiten wie z.B. die schon zur Tradition gewordenen Gottesdienste am 2. Advent in den Räumen der Käseschänke und den Mitmach-Gottesdienst am 4. Advent in der Reichardtsdorfer Kirche, den Gemeindeglieder mit Gesang, Musik- und Textbeiträgen selbst gestalten.

Am 3. Adventswochenende hatten die Chöre zu ihren Adventskonzerten eingeladen und dafür sehr gelungene und anspruchsvolle Programme einstudiert. Der Kirchenchor Rüdersdorf und der Gospelchor unserer Gemeinde überzeugten ebenso wie der Kirchenchor Kraftsdorf und der Sing- und Flötenkreis Hermsdorf. In diesem Konzert hatte auch die Gitarrengruppe der Gemeinde ihren ersten Auftritt. Jessica Brömel und Guido Funke traten in beiden Konzerten mit Instrumentalstücken an Flöte und Gitarre auf. 

Höhepunkte der Weihnachtszeit sind die Krippenspiele und Gottesdienste am Heiligabend und an den Weihnachtsfeiertagen. Besonders die Krippenspiele ziehen jedes Jahr zahlreiche Besucher in unsere Kirchen. Kinder und Erwachsene gestalten sie gemeinsam und freuen sich nach intensiven und fleißigen Proben auf ihren großen Auftritt. Der Beifall der Besucher ist der schönste Lohn dafür. Und schließlich konnte man auch am Silvesterabend und am Neujahrstag in stimmungsvollen Gottesdiensten das alte Jahr verabschieden und das neue willkommen heißen. Viele Wünsche und Träume begleiten uns ins neue Jahr. Ob sie in Erfüllung gehen, steht jedoch nicht in unserer Macht. Martin Luther sagte dazu sehr treffend: Was das Jahr dir bringt, kannst nicht durchschauen, musst hoffen und auf Gott vertrauen. In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern Gesundheit, Glück und Gottes Segen für das neue Jahr. 

Monika Grzanna

 

Reformationsfest mit Singspiel unserer Gemeinde in Pölzig am 31.10.2017

Das Reformationsjubiläum 2017 mit der 500. Wiederkehr des Thesenanschlags von Martin Luther an der Schloßkirche zu Wittenberg wurde in vielen Gemeinden und Orten mit besonderen Gottesdiensten und Veranstaltungen gefeiert. Einen sehr guten Gottesdienst zum Gedenken der Reformation mit Pfarrer Christian Kurzke und Kantor Paul Bars gab es bereits am Sonntag, dem 29.10.2017 in der Kirche zu Niederndorf. Am Reformationsfeiertag selbst, am 31. Oktober 2017, fand ein zentraler Familienkirchentag für die Kirchspiele der Nordregion des Kirchenkreises Gera in Pölzig statt. Sehr viele Besucher aus Bad Köstritz, Gera-Langenberg, Rüdersdorf-Kraftsdorf und Pölzig waren dieser Einladung gerne gefolgt, versprach sie doch eine besondere Feier des großen Jubiläums. 

Zu Beginn des Gottesdienstes würdigte der Pölziger Pfarrer Sven Thriemer die Bedeutung der Reformation, die auch in unserer Zeit immer mit dem Wirken Gottes verbunden ist. „Mit Gottes gutem Geist, der Kraft der Gebete und dem festen Willen können wir die Welt verändern“, so lautete seine Botschaft des Tages.

Die Hauptakteure des Gottesdienstes in der Kirche zu Pölzig kamen, welche Freude, aus unserer Kirchengemeinde Rüdersdorf-Kraftsdorf. Unter der Leitung von Claudia Rammelt führten unsere Chöre (Kinderchor, Gospelchor sowie Kirchenchöre Rüdersdorf und Kraftsdorf) das Singspiel „Wasser ist nötig wie Leben zum Brot“ nochmals mit großem Erfolg auf. Seine glanzvolle Premiere hatte es zum Gemeindefest am 11. Juni 2017 in Rüdersdorf. Auch diesmal gaben alle rund 50 Beteiligten ihr Bestes und ließen die Besucher begeistert mitgehen bei der Suche nach dem lebensnotwendigen Wasser, die schließlich nur mit Gottes Hilfe gelingen konnte. Natürlich spielte auch Martin Luther im Stück eine Rolle, der Leben und Glauben zusammen brachte. Danach sollten wir alle nicht müde werden, alles, was wir zum Leben brauchen und haben, zu achten und zu schätzen sowie davon abzugeben und mit den Bedürftigen zu teilen.

Nach dem Gottesdienst konnten sich Kinder und Erwachsene im Gemeindezentrum bei Kaffee und Kuchen stärken sowie die Mitmachangebote und Spiele auf dem Pfarrhof nutzen. Mit einem Konzert in der Kirche mit Musik der Barockzeit klang der kleine überaus gelungene Familienkirchentag aus.

Monika Grzanna

Hubertusmesse begeisterte in Rüdersdorf am 28.10.2017

Ein weiterer besonderer Gottesdienst stand am Samstag, dem 28.10.2017 in der Pfarrkirche zu Rüdersdorf auf dem Programm. Wie schon im Vorjahr hatten die Kirchengemeinde und die Jagdgenossenschaft Rüdersdorf aus Anlass ihrer Jahresveranstaltung zur Hubertusmesse eingeladen. Pfarrer Christian Kurzke leitete den stimmungsvollen Gottesdienst. Die musikalische Gestaltung hatten erneut die „Reuß’schen Jäger“ aus Gera mit ihren Parforce-Jagdhörnern übernommen. Ihr Können an den außergewöhnlichen und nicht so oft zu erlebenden Blasinstrumenten stellten sie im Gottesdienst gleich mehrfach mit hoher Meisterschaft unter Beweis. Zahlreiche Stücke klangen durch den Kirchenraum und erzeugten eine ganz eigene und besondere Stimmung. Auch Dank der mit Tannen geschmückten Kirche konnten sich die Besucher mit etwas Phantasie als Teilnehmer einer Jagdgesellschaft in den Rüdersdorfer Wäldern fühlen. Die dargebotenen Stücke wie u.a. das Agnus Dei (es symbolisiert Jesus Christus in Gestalt von Gottes Lamm) und das Geläut der Kirchenglocken auf Jagdhörnern berührten Herz und Seele tief. Bei der Hubertusmesse werden zum einen der Heilige Hubertus als Schutzpatron der Jagd und zum anderen die Schöpfung und Gott, der Schöpfer allen Lebens geehrt. In seiner Predigt ging Pfarrer Kurzke auf diese Themen ein. Hubertus lebte von 655 bis 727 u.Z. und war ursprünglich ein wilder und rücksichtsloser Jäger. Am Karfreitag begegnete er einem Hirsch, der ein Kreuz auf dem Kopf trug. Diese Begegnung mit Gott rief einen Sinneswandel bei ihm hervor. Hubertus wurde Christ und später zum Bischof geweiht. Die Jäger unserer Zeit sollten ihr Jagdwerk ebenso in den Dienst Gottes stellen, denn sie haben eine große Verantwortung für die Natur, die Hege des Wildes und damit für Gottes Schöpfung. Auch wir normalen Menschen sind in unserem Leben oft auf der Jagd: nicht nach den Tieren des Waldes, sondern nach Anerkennung, Besitz, Geld und Gewinn. So wie Hubertus und der Apostel Paulus, der sich vom Christenjäger zum Missionar und Verkünder des Evangeliums von Jesus Christus wandelte, sollten auch wir allezeit dem Guten nachjagen, uns gegenseitig beistehen, helfen und füreinander da sein. Das Halali der Jagdhornbläser, das nach der Predigt erklang, unterstrich dies eindrucksvoll, denn es ist gleichzusetzen mit dem Halleluja, dem Dank an Gott für seine wunderbare Schöpfung.

Monika Grzanna

 

Kantaten-Gottesdienst zum Erntedankfest in Rüdersdorf am 01.10.2017

Erntedank-Gottesdienste sind stets Höhepunkte und etwas ganz Besonderes im Lauf des Kirchenjahres. Auch 2017 war das wieder so, als sie im September und Oktober in allen 7 Kirchen unserer Kirchengemeinde Rüdersdorf-Kraftsdorf gefeiert wurden. Zahlreiche Besucher kamen und genossen die besondere Atmosphäre in den Kirchenräumen. Gleichzeitig erfreuten sie sich an den von fleißigen Helfern festlich geschmückten Kirchen mit den vielen Erntegaben und den schönen Blumen. In Niederndorf fand im Gottesdienst auch eine Taufe statt, in Kraftsdorf war das MDR-Fernsehen in Teilen dabei und in Rüdersdorf gab es ein außergewöhnliches musikalisches Ereignis.

Erstmals seit der Reformation wurde in der Kirche zu Rüdersdorf ein Kantaten-Gottesdienst am Erntedanksonntag gefeiert. Darauf hatten sich die Kirchenchöre Rüdersdorf und Münchenbernsdorf, ein Kammerorchester und Gesangssolisten unter der musikalischen Leitung von Kreiskantor Paul Bars intensiv vorbereitet und die Kantate „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut“ von Johann Sebastian Bach einstudiert. Bach schrieb für jeden Sonntag des Kirchenjahres eine Kantate und diese ganz speziell für das Erntedankfest. Sie enthält in 9 Sätzen sehr schöne Choräle und anspruchsvolle Solopartien, begleitet von Streich-, Blas- und Tasteninstrumenten. Hauptinhalt des beeindruckenden Musikwerkes ist der Dank an Gottes Schöpfung und für alle guten Gaben, die wir in unserem Leben empfangen dürfen. So sangen die Chöre: „ Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder tut, dem Gott, der mein Gemüte, mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt, gebt unserm Gott die Ehre.“

Darauf ging auch Pfarrer Christian Kurzke in seiner Predigt ein. Nach Martin Luther gehört zu unserem täglichen Brot viel mehr als Essen und Trinken. Er zählt alles dazu, was wir zu einem guten Leben brauchen: eine gute Arbeitsstelle, eine Familie, gute Freunde und Kollegen und nicht zu vergessen Frieden in unserem Land. Erntedank lenkt den Blick auf diese Summe unserer Lebensbedingungen, die sich für die meisten von uns recht erfreulich darstellen und für die wir mehr als dankbar sein können. Die Dankbarkeit für alles Gute sollte trotz mancher Probleme im Mittelpunkt stehen, nicht nur am Erntedanksonntag, sondern eigentlich an jedem Tag im Jahr. Wer mehr hat, als er braucht, kann auch davon abgeben. Davon zeugten die zahlreichen Erntegaben, die von Gemeindegliedern gespendet wurden. Alle Gaben kamen sozialen Einrichtungen wie bspw. der Geraer Tafel und dem Wohnheim der Lebenshilfe in Niederndorf zugute. Auch dies ist eine lange und schöne Tradition zu den Erntedank-Gottesdiensten. Ebenso dankte Pfarrer Kurzke allen Ehrenamtlichen in unseren Gemeinden, die sich für viele verschiedene Projekte und andere Menschen engagieren und damit nicht nur an sich selber denken. Ihr Einsatz und ihre Hilfe kommt vielfach in Form von großer Dankbarkeit für das Geleistete zurück.

Genau das konnten auch alle Mitwirkenden nach der erfolgreichen und berührenden Aufführung der Bachkantate erfahren. Die zahlreichen Besucher bedankten sich bei ihnen mit herzlichem Applaus für ihre Leistung und alle Mühen sowie für einen besonders schönen Erntedank-Gottesdienst, der im Gedächtnis bleiben wird.


Monika Grzanna

 

Fest-Gottesdienst in Mühlsdorf zur Weihe der Poppe-Orgel am 03. Sep. 2017

Seit 2012 blieb sie stumm, die 1896 von der Firma Ernst August Poppe aus Stadtroda erbaute Orgel in der Kirche zu Mühlsdorf, denn schon lange vorher pfiff sie sprichwörtlich auf dem letzten (Holzwurm)Loch und war unbespielbar. Doch weil Orgel und Kirche eine untrennbare Einheit bilden und die Orgel zum Verkündigen von Gottes Wort unerlässlich ist, beschloss der Gemeindekirchenrat ihre Restaurierung. Nun ist sie nach vielen Mühen und manchen Problemen fertig restauriert und konnte in einem stimmungsvollen Fest-Gottesdienst am 3. September 2017 geweiht werden. Zahlreiche Besucher aus allen Gemeinden unseres Kirchspiels, Mitglieder des Gemeindekirchenrates und Ehrengäste nahmen daran teil und konnten sich vom wunderbaren Klang der Königin der Instrumente überzeugen, nachdem sie Pfarrer Kurzke mit dem Segen Gottes und dem Kreuzeszeichen geweiht und der Mühlsdorfer Kirchengemeinde übergeben hatte. Kantor Paul Bars ließ sie zur Premiere erklingen und stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass Orgelbaumeister Frank Peiter aus Lengefeld im Erzgebirge sehr gute Arbeit geleistet hat. Das war keine leichte Aufgabe, denn Orgelbauer Poppe kombinierte einst ganz geschickt pneumatische und mechanische Bauteile miteinander. Er versuchte auf diese Weise, auf kleinstem Raum so viele Töne wie möglich unterzubringen und damit einen tollen Klang zu erzeugen. Auch der starke Holzwurmbefall stellte Frank Peiter vor ungeahnte Herausforderungen. Trotz Begasung waren die meisten Bauteile wie bspw. Pfeifen und Verbindungsstücke aus Holz nicht mehr verwendbar, sondern mussten mühevoll neu hergestellt werden. 550 Arbeitsstunden in seiner Werkstatt und vor Ort in der Kirche kamen am Ende zusammen. Peiter erweckte die kleine aber feine Orgel mit Können und Einfallsreichtum zu neuem Leben. Nun erklingt sie wieder laut und leise, kraftvoll und sanft zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen und wird sie in guten wie in schweren Zeiten begleiten.

In seiner Predigt stellte Pfarrer Kurzke die Mitwirkung und den Einsatz vieler Helfer und Unterstützer heraus, denn ein Projekt dieser Größenordnung braucht viele helfende Hände und Herzen. Er dankte allen, die zum Erfolg beigetragen haben und mit deren Hilfe auch Zweifel und Befürchtungen überwunden wurden. Das sind in erster Linie die zahlreichen Mühlsdorfer, die mit ihrer großen Spendenbereitschaft gezeigt haben, dass ihnen die Restaurierung ihrer Orgel absolut am Herzen lag. Auch viele ehemalige Mühlsdorfer und Angehörige der umliegenden Gemeinden spendeten für die Orgel. Ein besonderes Dankeschön ging an die Mühlsdorfer Kirchenältesten Ingo Weidhaas und Georg Fischer, die die Arbeiten über mehrere Jahre aktiv begleiteten, Vieles organisierten  und selbst in unzähligen Arbeitsstunden oft mit Hand anlegten. Er dankte auch den Konfirmanden, die die Orgelpfeifen nach der Begasung reinigten und versiegelten. 

Doch damit nicht genug. Der Mühlsdorfer Bauunternehmer Torsten Elle verdoppelte jeden gespendeten Euro aus seiner Tasche und übernahm auch die zusätzlichen Kosten, die durch die komplette farbliche Restaurierung des Orgelprospekts bzw. des Orgelgehäuses durch Restaurator Thomas Heinicke entstanden. Dank der freundlichen Unterstützung der Firma „Elektroinstallation Thomas Heik“ aus Mühlsdorf konnte die Bedien- und Beleuchtungselektrik im Orgelbereich parallel mit dem Wiedereinbau des Instruments gleich mit erneuert werden. Weiterhin empfängt seit kurzem ein neuer roter Teppichläufer jeden Besucher und geleitet ihn in die Kirche, dessen Kauf dank einer weiteren Spende des Kirchenältesten Ingo Weidhaas möglich wurde. 

Zur Finanzierung der Baukosten trugen auch Fördermittel der Landeskirche, Lottomittel und Einnahmen aus dem Kraftsdorfer Musiksommer bei. 

Beachtlich und sehr erfreulich ist die Tatsache, dass die entstandenen Kosten in Höhe von insgesamt 22.000.- Euro zur Hälfte durch Spenden beglichen werden konnten. Damit hat eine kleine Kirchengemeinde weder Mühen noch Schwierigkeiten gescheut, sondern Mut und Optimismus bewiesen. Der unermüdliche Einsatz für ihr Orgelprojekt hat sich gelohnt und die Beteiligten enger zusammen geführt. Ermöglicht haben das wunderbare Erfolgserlebnis auch viele Gebete sowie das Hoffen, Singen und Predigen für einen guten Ausgang mit Gottes Hilfe. Bewahren wir uns diese positive Einstellung und nehmen den Elan mit für die Aufgaben, die in der nächsten Zeit auf uns zukommen und gelöst werden wollen.

Monika Grzanna

Von Konfirmation bis Frauensonntag-Festmonat Juni 2017 in unserer Kirchengemeinde

Der Juni war in der Tat ein regelrechter Festmonat in unserer Kirchengemeinde Rüdersdorf-Kraftsdorf. Vor Beginn der Ferien- und Urlaubszeit standen in einem Zeitraum von vier Wochen nicht weniger als fünf bedeutende Höhepunkte im Gemeindeleben auf dem Programm. Den Auftakt bildete am Pfingstsonntag, dem 4. Juni 2017 der Fest-Gottesdienst zur Konfirmation in der Kirche zu Rüdersdorf. In einer feierlichen Zeremonie wurden 6 junge Christen konfirmiert. Damit erhielten sie die erneute Bestätigung für ihre Zugehörigkeit zu unserer Kirchengemeinde, die mit der Taufe begonnen hat. Zahlreiche Eltern, Großeltern, Paten, Gemeindeglieder und der Gospelchor feierten dieses schöne Ereignis gemeinsam mit den Jugendlichen. 

Eine Woche danach, am 11. Juni, fand das diesjährige Gemeindefest in der Kirche und im Pfarrhof zu Rüdersdorf statt. Mittlerweile gehört es zur guten und immer wieder mit Spannung erwarteten Tradition, dass es mit einem besonderen musikalischen Eröffnungs-Gottesdienst beginnt. Auch in diesem Jahr hatte sich unser Pfarrerehepaar Christian Kurzke und Claudia Rammelt eine Menge einfallen lassen und dafür das Singspiel rund um das schöne Lied und Motto des Festes „Wasser ist nötig wie Leben zum Brot“ geschrieben. Im Vorfeld wurden eifrig Texte und Lieder gelernt, geprobt und während der Rüstzeit mit dem Kinderchor auch die nötigen Requisiten gebastelt. Zur Aufführung gaben dann alle kleinen und großen Mitwirkenden ihr Bestes und bekamen dafür verdient herzlichen Beifall sowie viel Lob und Anerkennung. Beteiligt waren die Kirchenchöre Rüdersdorf und Kraftsdorf, Gospelchor und Kinderchor, die Kinder- und Erwachsenen-Gitarrengruppe und Kantor Paul Bars an der an Klavier und Orgel. Die musikalische Leitung hatte Claudia Rammelt. Die Rahmenhandlung der Spielszenen wurde von Kindern dargestellt. Sie drehte sich im direkten und übertragenen Sinn um das, was wir zum Leben brauchen und hier auch immer haben (Wasser und Brot, auch in Form des Glaubens). Deshalb sollten wir für alles dankbar sein. Eine wichtige Rolle im Jahr des Reformationsjubiläums spielte auch Martin Luthers Leben und Wirken. Hinterfragt wurde, was er wohl zu unserer Zeit mit ihren Problemen gesagt hätte mit dem Ergebnis, dass er mutig und unerschrocken die Finger in die Wunden gelegt und sie zur Sprache gebracht hätte.

Anschließend ließen es sich die zahlreichen Besucher im romantischen Pfarrhof bei Kaffee und Kuchen, Eis, Live-Musik und herrlichem Sommerwetter einfach gut gehen. Beim Kinder- und Straßenfest mit Basteln und sportlichen Wettspielen hatten Groß und Klein viel Spaß und Freude. 

Am 18. und 23. Juni folgten zwei Veranstaltungen in Kraftsdorf: ein Chorkonzert im Rahmen des Kraftsdorfer Musiksommers (siehe Artikel dazu) und die Johannisandacht im abendlichen Pfarrgarten. Hierbei stehen Leben und Wirken von Johannes dem Täufer im Mittelpunkt. Als Vorläufer und Wegbereiter unseres Herrn Jesus Christus nahm er sich selbst nicht so wichtig, sondern wies mit seinem Spruch „Christus muss wachsen, ich aber muss abnehmen“ eindeutig auf den kommenden Messias hin. In seiner Predigt stellte Pfarrer Kurzke die Frage, was uns Johannes der Täufer wohl heute zu sagen hätte. Die Antwort lautet: Schaut auf das, was gut funktioniert, stellt nicht euch, sondern Gott in die Mitte und habt trotz aller Probleme Mut und Kraft zum Weitermachen und zum Neubeginn. Musikalisch wurde die Andacht vom Kirchenchor Kraftsdorf, dem Gospelchor und Kantor Paul Bars gestaltet. Als Gäste nahmen auch Vertreter des Ökumenischen Kirchbauvereins Gera daran teil.

Zum Abschluss des Festmonats wurde nochmals nach Rüdersdorf eingeladen. Am 25. Juni fand der 10. Ökumenische Frauensonntag des Kirchenkreises Gera statt, bei dem auch Männer willkommen waren. Der Sonntag beschäftigte sich mit dem Thema „HEIMAT“, das den gesamten Tag bestimmte. Der stimmungsvolle Gottesdienst in der Rüdersdorfer Kirche wurde von der Arbeitsgruppe des Frauensonntags unter der Leitung von Andrea Annelena Dressel aus Gera vorbereitet und gestaltet. In ihrer Predigt ging Pastorin i.R. Ulrike Schwarz auf ihre persönlichen Sichten und Erfahrungen zum Thema ein, stellte aber auch Verbindungen zu biblischen Geschichten und aktuellen Ereignissen wie dem Flüchtlingsstrom nach Europa her. Zwei Kinder aus unserer Gemeinde spielten eindrucksvoll eine Fluchtgeschichte aus dem einstigen Ort Sieversdorf in der Nähe von Rüdersdorf nach, wie sie sich wirklich zugetragen haben könnte. Besagtes Dorf wurde im 17. Jahrhundert im Sächsischen Bruderkrieg völlig zerstört, heute soll sich dort die Wüste Kirche befinden. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor Rüdersdorf und Kantor Paul Bars. Im sich anschließenden Themenkarussell konnten sich die Besucher an drei Stationen selbst auf Spurensuche zu den vielfältigen Aspekten zum Thema Heimat begeben. Kreativ und meditativ schilderten sie dazu ihre Meinungen und Erfahrungen oder lauschten interessanten Legenden und wahren Geschichten aus alter Zeit aus Rüdersdorf und Umgebung. Nach dem gemeinsamen Mittagsbrunch folgte als Abschluss eine Buchlesung in der Kirche mit der bekannten Geraer Autorin Annerose Kirchner. Sie las passend zum Thema aus ihrem neuen Buch „Spurlos verschwunden“, in dem sie sich ausführlich und bewegend mit den Dörfern um Ronneburg beschäftigt, die einst dem Uranerzbergbau der SDAG Wismut weichen mussten.

Als Kirchengemeinde sind wir sehr dankbar, dass wir alle diese schönen Feste in guter Gemeinschaft miteinander und füreinander feiern konnten. Ohne die Mitarbeit vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer ist dies alles nicht möglich. Deshalb sagen wir ihnen allen an dieser Stelle in herzliches Dankeschön und wünschen allen Gemeindegliedern und Lesern eine erholsame und gesegnete Sommerzeit.

Monika Grzanna

 

Kreuzweg am Karfreitag 2017 – mehr als eine Wanderung

Seit 2002 findet er ohne Unterbrechung statt: der Kreuzweg am Karfreitag durch die Gemeinden unseres Kirchspiels Rüdersdorf-Kraftsdorf. Damit ist er längst zu einer guten Tradition mit wachsendem Interesse und großem Zuspruch geworden. In diesem Jahr begaben sich an die 100 Teilnehmer jeden Alters, darunter erfreulich viele Vertreter der jungen Generation aus unseren und benachbarten Gemeinden auf den Kreuzweg zwischen Mühlsdorf und Kraftsdorf, so viele wie noch nie. Und mehr als die Hälfte war auch zur Abschlussandacht in der Kraftsdorfer Kirche zu fast mitternächtlicher Stunde noch dabei. Das gute Wetter hat seinen Teil dazu beigetragen, doch der alleinige Grund für die hohe Teilnehmerzahl ist es nicht. Für viele Mitglieder unserer Kirchengemeinden gehört dieser Termin seit vielen Jahren einfach dazu, um dem Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus an diesem Tag besonders zu gedenken und ihm auf diese Weise nahe zu sein. Das eigentlich unfassbare Geschehen vor rund 2000 Jahren nachzuvollziehen und zu verstehen ist das Anliegen der Menschen, die sich in ihrem Alltag wenig oder nicht mit kirchlichen Themen befassen. Nicht zu unterschätzen ist das große Gemeinschaftsgefühl, dass alle Teilnehmer beim Kreuzweg erleben: zum Auftakt-Gottesdienst unter der Leitung von Pfarrer Christian Kurzke in der übervollen Mühlsdorfer Kirche, bei den folgenden Andachten in den Kirchen Pörsdorf, Rüdersdorf, Niederndorf und Harpersdorf, bei der Abschlussandacht in Kraftsdorf und auf dem 15 km langen Weg zwischen den einzelnen Stationen. 

Als Kirchengemeinde sind wir sehr froh und dankbar, dass unser Kreuzweg so gut angenommen wird. Ebenso dankbar sind wir natürlich für die Mitwirkung vieler ehrenamtlicher Helfer wie den beteiligten Lektoren Uwe Kaselowsky, Monika Grzanna, Guido Funke und Jörg Straßburger, die die Andachten in den Kirchen hielten, dem Gospelchor und dem Kinderchor unserer Gemeinde. Ohne ihr Engagement und ihren steten Einsatz könnten wir dieses Vorhaben auf Dauer nicht realisieren. Wir hoffen, dass wir unseren Kreuzweg mit Gottes Hilfe noch recht lange weiterführen können.

Monika Grzanna

 

Zirkus „Lila“ in der Kirche zu Rüdersdorf am 11.03.2017

„Bei uns ist heut‘ der Zirkus los“, so lautete der viel versprechende und neugierig machende Titel des Zirkusprojektes, zu dem die Kirchengemeinde Rüdersdorf-Kraftsdorf am ersten Märzwochenende interessierte Kinder und Jugendliche eingeladen hatte. Zwei Zirkuspädagoginnen stellten den kleinen und großen Zirkuskünstlern in spe zunächst die Möglichkeiten für ihren Auftritt vor und gaben ihnen vor allem die notwendige fachliche Anleitung samt zahlreichen Tipps und Kniffen mit auf den Weg. Am Projektwochenende und in der darauf folgenden Woche wurde fleißig geübt und geprobt und jede freie Minute dafür genutzt. Alle waren mit Begeisterung dabei und fieberten der Vorstellung entgegen. Die fand am 11. März 2017 in der Rüdersdorfer Kirche statt. Punkt 17.00 Uhr öffnete sich der Vorhang zur großen Vorstellung des Zirkus „Lila“, zu der zahlreiche Eltern, Großeltern und Besucher aus den Gemeinden gekommen waren. Das einstündige Programm unter der Leitung von Zirkusdirektorin Claudia Rammelt und Sicherheitschef und musikalischem Leiter Pfarrer Christian Kurzke konnte sich sehen und hören lassen. Es enthielt so gut wie alles, was zu einem richtigen Zirkus gehört. Und lustig, schwungvoll, witzig und unterhaltend für alle Generationen war es natürlich ebenso. Was konnte man da so alles bestaunen und sich dabei köstlich amüsieren? Aus der Vielfalt der Darbietungen seien einige genannt. Es gab gekonnte und beeindruckende Jonglagen mit Flower Sticks und Diabolos, Tanzvorführungen mit Turnelementen und Tüchern, einen lustigen Pferdetanz mit Sprüngen durch und über Reifen und Seile sowie einen Sambatanz mit Gesang und Elternbeteiligung. Pfarrer Kurzke und Tochter schafften es meisterhaft, Teller auf Stöckchen zu drehen und sie nicht herunter fallen zu lassen. Aus Kraftsdorf war Minischwein Mathilda angereist und führte mit seiner jungen Dresseurin kleine Kunststückchen vor. Abgerundet wurde das Ganze durch Spielszenen und Witze, lustige Lieder des Kinderchores sowie flotte Musik - live und vom Band. Zum Abschluss zeigten die Biker Racers im Pfarrhof tolle Darbietungen auf ihren Mountain Bikes.

Alle Beteiligten hatten sich etwas Besonderes ausgesucht und führten es mit großer Freude und Stolz vor. Der Beifall des Publikums war ihnen gewiss und der schönste Lohn für alle Mühe und für ein wirklich gelungenes Zirkusprojekt. Wir möchten uns bei allen Mitwirkenden und ganz besonders bei unserem Pfarrerehepaar, bei den Eltern und bei allen Helfern ganz herzlich bedanken. Ihr Einsatz, ihre tatkräftige Hilfe und Unterstützung haben dieses schöne Projekt erst möglich gemacht. Für die finanzielle Förderung des Projekts danken wir dem Kirchenkreis Gera und der Sparkasse Gera-Greiz. 

Monika Grzanna

Von Kirchweih bis Advent – viele Veranstaltungen in unseren Kirchen

Die Herbstzeit von Oktober bis Dezember ist für uns eine sehr aktive Zeit mit zahlreichen Verpflichtungen und Events, wie wir heute sagen. Bevor der Winter kommt und bevor es Weihnachten werden kann, ist eine Menge zu tun. Gärten müssen winterfest gemacht, die Feiertage geplant, Plätzchen und Stollen gebacken, Wohnung und Haus geschmückt und nicht zuletzt die Weihnachtsgeschenke besorgt und verpackt werden. Da machen sich bei so manchem schnell Stress und Hektik breit. Aber das muss nicht sein. In unserer Kirchengemeinde Rüdersdorf-Kraftsdorf mit den 7 Kirchen, die allesamt schöne Orte und wunderbar restauriert sind, kann man in dieser Zeit immer wieder neue Kraft auftanken und zur Ruhe kommen. Die Wahrung langjähriger und vertrauter Traditionen spielt dabei eine große Rolle.  Im Oktober und November finden nach den Erntedankfesten zunächst die Gottesdienste zur Kirchweih statt, im Volksmund Kirmes genannt. In vielen Familien wird die Kirchweih mit gutem Essen und Trinken gefeiert, in den Gottesdiensten erinnern wir an den Bau und die Weihe unserer Kirchen, danken unseren Vorfahren für ihre Leistungen und ganz besonders allen, die sich heute ehrenamtlich in vielfältiger Weise um die denkmalgeschützten Gebäude und um das kirchliche Leben darin bemühen. 

Es folgt der November mit dem Volkstrauertag, dem Buß- und Bettag und dem Ewigkeits- oder Totensonntag. In dieser von Dunkelheit, beginnender Kälte und Nebel geprägten stillen Zeit des Jahres schmücken wir die Gräber unserer Verstorbenen und gedenken ihrer in den Gottesdiensten der genannten Tage. Für alle im Lauf des vergangenen Kirchenjahres (vom 1. Advent bis zum Totensonntag) in unseren Gemeinden verstorbenen Mitmenschen zünden wir im Gottesdienst eine Kerze an und beten für sie und ihre Angehörigen. Dabei ist es nicht wichtig, ob die Menschen, die uns voraus gegangen sind, unserer Kirche angehörten oder nicht. Ganz besondere festliche Gottesdienste zu diesem Anlass konnten die Besucher in Kraftsdorf und Rüdersdorf erleben. In Kraftsdorf führten Mitglieder der Gesangsgruppe „Kristalleflood“ aus Leipzig das „Stabat Mater“, eine vertonte Liturgie zum Tod von Jesus Christus von Giovanni Pergolesi auf. In Rüdersdorf berührte der Kammerchor Jena mit den „Musikalischen Exequien“ von Heinrich Schütz die Anwesenden auf sehr beeindruckende Weise mit einer großartigen gesanglichen Interpretation der von Schütz vertonten Bibeltexte. Die Texte hatte sich der Landesfürst Heinrich Posthumus Reuß im 17. Jahrhundert für seine Beerdigung ausgesucht und in goldener Schrift auf seinem Prunksarg anbringen lassen. Diesen konnte man sich in einer Sonderausstellung des Stadtmuseums Gera vor einigen Jahren ansehen.

Nun sind wir schon mitten in der Adventszeit angelangt, der Zeit der Vorfreude auf das größte und schönste Fest des Jahres. Advent bedeutet übersetzt „Ankunft Jesu“. Deshalb feiern Christen in der ganzen Welt an Weihnachten die Geburt ihres Herrn Jesus Christus. In der Rüdersdorfer Kirche fand am 26.11.2016 bereits das erste Adventskonzert unserer Kirchengemeinde statt. Der Kirchenchor Rüdersdorf und der Gospelchor unserer Gemeinde unter der Leitung von Kantor Paul Bars stimmten mit schwungvollen und getragenen weihnachtlichen Liedern und Chorälen ganz wunderbar auf die Advents- und Weihnachtszeit ein. Dafür wurde fleißig und intensiv geprobt und so konnten sich Chöre und Besucher gleichermaßen über ein niveauvolles und sehr gelungenes Konzert freuen. Ein weiteres Chorkonzert wird am 3. Advent in der Harpersdorfer Kirche zu erleben sein und auch den musikalischen Mitmach-Gottesdienst am 4. Advent in Reichardtsdorf sollte man sich schon mal vormerken, ebenso wie die Krippenspiele und Gottesdienste zu Weihnachten und zum Jahreswechsel. Ganz herzlich laden Jörg Straßburger und ich auch zu einer stimmungsvollen Christvesper am Heiligabend zu bisher ungewohnter Zeit um 22.00 Uhr in die Niederndorfer Kirche ein. Über viele Besucher würden wir uns sehr freuen.

An dieser Stelle wünsche ich allen Leserinnen und Lesern des Kraftsdorfer Gemeindeboten ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest sowie Gesundheit, Glück und Gottes Schutz und Segen für das neue Jahr.

Monika Grzanna

Hubertusmesse in der Kirche Rüdersdorf am 29.10.2016 Ev. Luth Kirche in Rüdersdorf

Am Samstag, dem 29. Oktober 2016 fand zum ersten Mal eine Hubertusmesse in der Kirche zu Rüdersdorf statt. Kenner wissen, dass das immer ein ganz besonderes Ereignis und Erlebnis ist. Der Anlass war es ebenso: die Jagdgenossenschaft Rüdersdorf/ Grüna feierte ihr 25-jähriges Jubiläum und hatte gemeinsam mit der Kirchengemeinde zum Fest-Gottesdienst, den Pfarrer Christian Kurzke leitete, in die Rüdersdorfer Kirche eingeladen. Zur Hubertusmesse erklingen neben der Orgel vor allem Jagdhörner, die für das berührende und außergewöhnliche Klangerlebnis sorgen. Die Parforce-Horngruppe Reuss’sche Jäger aus Gera hatte diesen Teil des Gottesdienstes übernommen und begeisterte und erfreute die zahlreichen Zuhörer von der ersten bis zur letzten Minute mit ihrem Können und exzellentem Spiel.
Die Hubertusmesse orientiert sich in ihrem Ablauf am Gottesdienst mit Heiligem Abendmahl. So übernahmen die Jagdhornbläser außer dem Orgelstück am Anfang die gesamte musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes. Sie begleiteten die Liturgie und den Gemeindegesang, spielten einen Choral und eigenständige Stücke der Abendmahlsliturgie. Besonders gut kamen der Hubertusmarsch und der von den Bläsern mit großer Meisterschaft intonierte Klang der Kirchenglocken bei den Besuchern an, mit dem sie den Gottesdienst beendeten.
Was feiern wir in eigentlich in einer Hubertusmesse? Sie hat natürlich viel mit der Jagd zu tun, denn der Heilige Hubertus ist der Schutzpatron der Jäger. Hauptanliegen ist es, die Schöpfung und Gott, den Schöpfer aller Dinge zu ehren. Für Jäger ist es oft eine Gratwanderung, Tiere zu töten und trotzdem sorgsam mit der Natur, den Tieren und Pflanzen umzugehen. In seiner Predigt beleuchtete Pfarrer Kurzke diese Aspekte und regte auch mit der Legende vom Heiligen Hubertus zum Nachdenken darüber an. Hubertus lebte im 8. Jahrhundert und war nach einem schweren Schicksalsschlag ein leidenschaftlicher Jäger. Doch eines Tages begegnete ihm ein weißer Hirsch, der ein Kruzifix im Geweih trug. Eine Stimme fragte ihn, warum er den Hirsch verfolge. Für Hubertus war es Jesus Christus, dem er da begegnete und der zu ihm sprach. Fortan änderte er sein Leben radikal, lebte  in Armut als Eremit, viel später wurde er zum Bischof von Maastricht, Tongern und Lüttich geweiht.
Für uns heute in unserer Zeit, ganz gleich ob wir Jäger sind oder nicht, ist es wichtig, uns nicht als absolute Herren über Gottes Schöpfung zu stellen, sondern sorgsam mit ihr umzugehen, sie zu erhalten, für unsere Nachkommen zu bewahren und uns auch daran zu erfreuen, so wie sich Gott an allem erfreute, was er geschaffen hatte.

Monika Grzanna

 

Musikalischer Erntedank-Gottesdienst in Rüdersdorf 2.10.2016

Von Ende September bis Anfang Oktober jeden Jahres finden in allen 7 Kirchen unserer Kirchengemeinde Rüdersdorf-Kraftsdorf in schöner Tradition die Erntedank-Gottesdienste statt. Aus diesem Anlass verwandeln sich die Gotteshäuser in eine Sinfonie für alle Sinne aus Blumen, Garten- und Feldfrüchten und prächtigen Erntekronen. Fleißige Helfer schmücken die Altarräume der Kirchen mit den vielfältigen Erntegaben und statten sie für die Erntedank-Gottesdienste festlich aus. So werden sie zu ganz besonderen Orten des Innehaltens und Dankens für die Gemeinden, für alles, was uns Gott zum Leben schenkt. Außer den materiellen Dingen sind das auch Gesundheit, Glück, Liebe, Familie und Freundschaft, die wir allesamt nicht kaufen können.

Einen ganz besonderen musikalischen Erntedank-Gottesdienst feierte die Gemeinde am Sonntag, dem 2. Oktober 2016 in der Kirche zu Rüdersdorf. Pfarrer Christian Kurzke leitete ihn und gleich zu Beginn wies er darauf hin, dass es ausnahmsweise keine Predigt zu hören gibt, sondern „wir stattdessen die Musik predigen lassen“. Dass dies zur großen Freude der zahlreichen Besucher sehr eindrucksvoll und zu Herzen gehend vollauf gelungen ist, dafür gaben 40 SängerInnen und Musiker unter der Leitung von Kantor Paul Bars ihr Bestes. Die Kirchenchöre aus Rüdersdorf und Münchenbernsdorf, Mitglieder des Kammerstreichorchesters Gera e.V. und Günter Gäbler mit seiner Oboe brachten Gesangs- und Instrumentalstücke u.a. von Händel, Bach, Hopkins und Marcello zu Gehör und begeisterten die Zuhörer. In guter Erinnerung wird sicher das von beiden Chören gesungene Vaterunser, der Bachchoral „Jesus bleibet meine Freude“ sowie die Konzerte von Händel und Bach bleiben. Alle Stücke wurden mit viel Beifall bedacht. Eine schönere Würdigung zum Erntedanksonntag kann es mit Sicherheit nicht geben. Deshalb sagen wir an dieser Stelle allen Mitwirkenden des Gottesdienstes sowie allen Helferinnen und Helfern hinter den Kulissen – auch in allen anderen Kirchen - ein herzliches Dankeschön. 

Die gespendeten Erntegaben werden auch in diesem Jahr an soziale und karitative Einrichtungen in Gera, Harpersdorf und Niederndorf weiter gegeben. Auch dafür vielen Dank. 

Monika Grzanna

Fröhliches Gemeindefest mit Singspiel „Die Hochzeit zu Kana“ am 12.06.2016

Es ist schon eine gute Tradition in unserer Kirchengemeinde Rüdersdorf/ Kraftsdorf: Bevor die Sommerferien beginnen, feiern wir unser Gemeinde-, Kinder- und Straßenfest in Rüdersdorf. Und sicher ist auch, unser Pfarrerehepaar Christian Kurzke und Claudia Rammelt lässt sich speziell für den Auftakt-Gottesdienst immer etwas Besonderes einfallen. In diesem Jahr hatten sie das Singspiel „Die Hochzeit zu Kana“ dafür ausgewählt. Alle Chöre sowie die Flöten- und Gitarrengruppe unserer Kirchengemeinde wirkten dabei mit und hatten fleißig geprobt. Am 12. Juni 2016 war es endlich so weit: die Premiere des Singspiels fand zum Gottesdienst in der gut besuchten Rüdersdorfer Kirche statt. Gleich zu Beginn verbreiteten die ca. 80 Mitwirkenden ansteckende Fröhlichkeit, ganz so wie man sich eine stimmungsvolle und zu Herzen gehende Hochzeit vorstellt. Die Kirchenchöre Rüdersdorf und Kraftsdorf, der Gospelchor und der Kinderchor unserer Gemeinde sangen gemeinsam „Heut‘ ist ein Fest, ein großes Fest, mit allem was dazu gehört, mit Spaß und Spiel, Musik und Tanz, und allem, was das Herz begehrt“. Die Besucher verfolgten mit Spannung und großer Freude den weiteren Verlauf der biblischen Geschichte und sangen teilweise auch mit. Mit Liedern, Texten, Spielszenen und Tänzen wurde das fröhliche Hochzeitsfest dargestellt. Da wurde symbolisch ein Festmenü gekocht, Geschenke für das Brautpaar überreicht und Hochzeitstänze von Kindern und Jugendlichen aufgeführt. Auch Jesus nahm am Fest teil und schließlich kamen noch viele Hochzeitsgäste aus einem fernen Land dazu. Auf so viele Gäste war man nicht vorbereitet, irgendwann war kein Wein mehr da. Doch Jesus half und vollbrachte das eigentliche Wunder der Hochzeit zu Kana: er ließ Wasser in Krüge füllen und machte Wein daraus, der köstlich schmeckte. Damit war das Fest gerettet und konnte fröhlich weiter gehen. Im übertragenen Sinn bedeutet das, dass Jesus auch unser Retter sein kann, wenn die Krüge unseres Lebens leer geworden sind. Wer ihn in schwierigen Lebenslagen sucht, wird ihn auch finden. 

Dank vieler fleißiger Helferinnen und Helfer und nicht zu vergessen der vielen kreativen Kuchenbäcker wurden sowohl der Gottesdienst als auch das folgende gemeinsame Kaffeetrinken und die vielfältigen Angebote für die Kinder ein großer Erfolg. Jung und Alt verlebten an diesem Sonntagnachmittag ein paar schöne entspannte Stunden auf dem Rüdersdorfer Pfarrhof, im Gemeindezentrum und auf der Straße zum Kindergarten. Der Rüdersdorfer Kirchenchor sang zur Kaffeezeit Volkslieder und erfreute damit die zahlreichen Besucher. Ob Ponyreiten, Basteln, Kinderschminken, Bobbycar-Rennen, Fußballspielen oder das Flechten afrikanischer Zöpfe, alles wurde gut angenommen und machte einfach Spaß.

An dieser Stelle möchten wir allen Mitwirkenden des Singspiels, den Chorleitern Paul Bars und Jessica Brömel sowie allen Helferinnen und Helfern vor und hinter den Kulissen ein großes Dankeschön für dieses überaus gelungene Gemeindefest sagen, das vier Generationen vereinte und als Höhepunkt im Gemeindeleben sicher lange in bester Erinnerung bleiben wird. Ein besonderer Dank geht an Claudia Rammelt für die Gesamtleitung der „Hochzeit zu Kana“, die ohne Übertreibung die Prädikate wunderschön und phantastisch mehr als verdient hat.

Monika Grzanna

Hilfe für den Nahen Osten als Gebot christlicher Nächstenliebe - Pfarrer Kurzke berichtet über seine Reise in den Libanon und nach Syrien

Im April 2016 begab sich unser Pfarrer Christian Kurzke erneut auf eine Reise in den Nahen Osten. Darüber berichtete er ausführlich und sehr emotional zu den Seniorennachmittagen unserer Kirchengemeinde am 10. und 11.5.2016 in Kraftsdorf und Rüdersdorf. 

Für eine Woche war er Gast der Nationalen Evangelischen Kirche von Libanon und Syrien (NESSL). Er vertrat dabei unsere Landeskirche, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Weitere Reiseteilnehmer waren ein Vertreter des Dachverbandes aller evangelischen Missionswerke in Deutschland und die Nahostreferentin des Bundes. Reformierter Kirchen in Deutschland, sowie Kirchenleute aus zahlreichen Europäischen Staaten und den USA. Sinn und Zweck der Reise war es, den Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten in ihrer für uns unvorstellbaren Not wirksame Hilfe zu bringen. Für Pfarrer Kurzke ist das seit langem ein Gebot christlicher Nächstenliebe und eine Herzensangelegenheit. Nach der großen von ihm ins Leben gerufenen Hilfsaktion für den Nordirak 2015, durch Kontakte mit Pfarrern im Nahen Osten und einer weiteren Reise in den Libanon im Oktober 2015 war für ihn klar, dass die Menschen dort weiter dringend Hilfe benötigen. Zu viel Not und Elend hatte er gesehen und zugleich hautnah erfahren, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird. Gemeinsam mit dem Ökumenezentrum der EKM setzte er sich vehement dafür ein, dass die medizinische Arbeit und die Bildungsarbeit der NESSL durch unsere Landeskirche mit 65.000 Euro in diesem Jahr unterstützt werden. Weitere 150.000 Euro landeskirchliche Hilfsgelder sind für die großen Flüchtlingslager im Nordirak vorgesehen. Sie gehen genau dorthin, wo unser Nordirakprojekt bereits 2015 helfen konnte und sind für die Klimatisierung der Lager für die enorm heißen Sommermonate mit Temperaturen von 50 Grad Celsius sowie für Lebensmittel bestimmt, damit die Menschen dort weiter leben können.

Im Libanon angekommen, nahm Pfarrer Kurzke zunächst an einer internationalen Hilfskonferenz der NESSL teil. Dann folgte der Hauptteil der Reise, der Besuch der Hilfsprojekte im Libanon und in Syrien. Erste Station war eine Schule für Flüchtlingskinder im Libanon. 75 Kinder werden in vier angemieteten Garagen unterrichtet. Ein Schulbus, der ebenfalls finanziert wird, holt die Kinder aus den Flüchtlingslagern ab und bringt sie abends wieder hin. Gerade die Bildungsarbeit ist enorm wichtig, denn viele syrische Kinder haben seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor fünf Jahren keine Schule mehr besucht. Die Ev. Kirchen in Syrien und Libanon, die Träger  von Schulen sind, werden in dieser Arbeit mit 45.000 EUR unterstützt. Nur durch Bildung kann verhindert werden, dass aus den Kindern eine verlorene Generation wird. 

Ein weiteres Projekt, unterstützt durch unsere Landeskirche, ist die Förderung einer Poliklinik in einer Landkirchgemeinde im Grenzgebiet zu Syrien. Die Kirchgemeine hat ein sozio-kulturelles Zentrum eröffnet. Hierin befindet sich auch eine Poliklinik. Jeden Tag finden hier Arztsprechstunden, Untersuchungen und Medikamentenausgabe statt für Menschen, die sich die sonst so kostspielige medizininische Versorgung im Libanon nicht leisten können.  Über die Hälfte der Besucher sind auch hier syrische Bürgerkriegsflüchtlinge. 

Auch nach Syrien konnte die Gruppe reisen, jedoch nur ins von Präsident Assad kontrollierte Gebiet und unter dem Schutz einer christlichen Miliz. Mit 10 Delegationsmitgliedern reiste Pfarrer Kurzke als einziger Deutscher auch in die drittgrößte Stadt Syriens nach Homs. Von ehemals 2 Millionen Menschen leben heute nur noch 1 Million in der Universitätsstadt, viele sind geflüchtet oder gestorben, nicht wenige verhungert, weil sie die vom IS und Al-Nusra belagerte Stadt nicht mehr verlassen konnten. Die Altstadt von Homs ist total zerstört, alles ist ruhig und ohne Leben, völlig untypisch für eine arabische Stadt. Auch nach dem Abschluss des Waffenstillstandes wurden Gebäude und Kirchen durch Terroranschläge zerstört, ein anderes Stadtviertel ist noch immer vom al-Nusra besetzt. Trotzdem geben  die Menschen nicht auf, viele zerstörte Gebäude werden trotz großer Schwierigkeiten relativ schnell wieder aufgebaut. An vielen Häusern haben Jugendliche bunte Graffitis als kleine Hoffnungszeichen gezeichnet.  

Pfarrer Kurzke hat viel gesehen und erlebt, fast zu viel für eine Woche. Ungefährlich war diese Reise sicher nicht, aber Angst hatte Christian Kurzke nicht. Gute Nerven waren wichtig, aber er habe immer ein sicheres Gefühl gehabt. Bestimmt hat auch so manches Gebet geholfen.

Die Senioren in Kraftsdorf und Rüdersdorf lauschten sehr interessiert und gespannt seinen Ausführungen und stellten Fragen. Was hat ihn besonders beeindruckt im Nahen Osten und welches Fazit kann er nach der glücklichen Heimkehr ins sichere Deutschland ziehen? Sehr positiv findet er, dass sich durch den Krieg in Syrien und seine katastrophalen Auswirkungen die Solidarität in den christlichen Gemeinden und auch zu den Muslimen nicht verloren gegangen ist, im Gegenteil, sich sogar intensiviert hat.

Dass wir weiter helfen, ist laut Pfarrer Kurzke wichtig und notwendig. Die Christen im Libanon und in Syrien haben ihm gesagt, dass es wichtig ist, dass wir für sie beten und auch weiter materiell helfen. Beides, die Gebete und die Hilfsgüter, sie verleihen den leidgeprüften Menschen große Hoffnung. Die größte Hoffnung aber ist, dass doch endlich Frieden werde. 

Monika Grzanna

 

Gottesdienst im Grünen an Christi Himmelfahrt 2016 zog viele Besucher an

Er ist mittlerweile zu einer festen Größe geworden und aus dem kirchlichen Leben nicht mehr wegzudenken-der Gottesdienst im Grünen am Feiertag Christi Himmelfahrt. In diesem Jahr fand er bereits zum 15. Mal an den Tesseteichen statt. Bei herrlichem Frühlingswetter kamen rund 150 Besucher aus zahlreichen Orten der Kirchspiele Rüdersdorf/ Kraftsdorf und St. Gangloff sowie aus Gera und Umgebung, um miteinander diesen besonderen und stimmungsvollen Gottesdienst zu feiern. Die Gestaltung war auch diesmal auf breite Schultern verteilt. Die Pfarrer Christian Kurzke und Stefan Langner erhielten Unterstützung von den Lektoren Jörg Straßburger und Monika Grzanna. Für die musikalische Begleitung gaben die Bläsergruppe Bad Köstritz, der gemischte Kirchenchor Kraftsdorf, Rüdersdorf und St. Gangloff unter der Leitung von Jessica Brömel sowie Simone Straßburger am Keyboard ihr Bestes. In seiner Predigt ging Pfarrer Stefan Langner besonders auf die Kraft des Heiligen Geistes ein, den uns Jesus Christus mit seiner Himmelfahrt und damit der Rückkehr zu seinem Vater im Himmel zusagt. Gottes guter Geist ist für uns da, wir müssen nur bereit dafür sein und ihn in unser Leben lassen. Die Menschen müssten sich viel öfter fragen, wo sie Gottes Kraft und Fürsorge in ihrem Leben gespürt haben. Auch wenn Gott Not, Leid und Krieg nicht wegzaubern kann, sollten wir trotzdem das Positive sehen. Grund zur Dankbarkeit und Freude gibt es an jedem neuen Tag, an dem uns Gott nahe ist, aus der Höhe herab auf uns schaut und uns seinen Schutz und Segen gewährt, so Pfarrer Langner.

Zum Abschluss des Gottesdienstes sangen alle gemeinsam den Himmelfahrtskanon „Der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf“ und die Kinder ließen bunte Luftballons mit ihren Namen und Adressen in den Frühlingshimmel steigen. Vielleicht bekommt mancher eine Nachricht zurück, wo und wann sein Ballon nach langer Luftfahrt gefunden wurde. Auch das gehört zum Gottesdienst im Grünen und ist immer wieder eine fröhliche Aktion. 

An dieser Stelle sagen wir ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden und an alle Helfer für ihren Einsatz.

Monika Grzanna

 

Paul Bars ist der neue Kantor unserer Kirchengemeinde- Einführung am 14.02.2016

Seit Januar 2016 ist Paul Bars der neue Kantor für den Kirchenkreis Gera mit insgesamt drei Wirkungsstätten. Hauptort seiner kirchenmusikalischen Arbeit ist die Kirchengemeinde Münchenbernsdorf mit einem Anteil von 50 %, weitere 20 % entfallen auf die Arbeit als Kreiskantor. In unserer Kirchengemeinde Rüdersdorf/ Kraftsdorf wird der studierte Kirchenmusiker und gelernte Orgelbauer mit einem Anteil von 30 % tätig sein. Das ist ein echtes Novum und zugleich eine historische und hoch erfreuliche Tatsache, denn einen eigenen Kantor gab es in unseren Kirchengemeinden seit der Reformation vor fast 500 Jahren nicht. Ob es vorher einen gab, ist nicht überliefert, wahrscheinlich nicht. Für die Gemeinde also ein sehr erfreulicher Anlass, der eine kleine Feier wert war. Mit einem festlichen Gottesdienst wurde der 34-Jährige am Sonntag, dem 14. Februar 2016 in der Kirche zu Rüdersdorf offiziell in sein neues Amt eingeführt. 

Die Einführung und Beauftragung für seinen neuen Dienst nahm Superintendent Andreas Görbert vor. Paul Bars gelobte, seine Arbeit mit Gottes Hilfe in Treue zur Gemeinde und zum Lobe Gottes auszuführen und mit der Musik auch ein Stück weit das Evangelium Jesu Christi zu verkündigen. Ihn dabei nach Kräften zu unterstützen und zu helfen, das gelobte auch die versammelte Gemeinde. Superintendent Andreas Görbert, Pfarrer Christian Kurzke und Simone Straßburger als Vorsitzende des Gemeindekirchenrats und langjährige ehrenamtliche Organistin gaben Paul Bars den Segen Gottes mit Bibelworten und Sprüchen mit auf seinen Weg. Einen schönen und treffenden Ausspruch von Martin Luther hatte sich Simone Straßburger dafür ausgesucht. Er lautet: Eine der schönsten und herrlichsten Gaben Gottes ist die Musik. Wer die Musik verachtet, mit dem bin ich nicht zufrieden. Denn sie ist eine schöne, herrliche Gabe und ein Geschenk Gottes, nicht ein Menschengeschenk. So vertreibt sie auch den Teufel und macht die Menschen fröhlich, man vergisst dabei allen Zorn und andere Laster. Ich gebe nach der Theologie der Musik den nächsten Platz und die höchste Ehre. Musik habe ich allezeit lieb gehabt. Wer diese Kunst kann, ist von guter Art, zu allem geschickt. Musik ist für einen betrübten Menschen das beste Labsal, durch das das Herz wieder zufrieden, erquickt und erfrischt wird.

Dass Paul Bars hervorragend Orgel spielen kann, davon konnten sich die Besucher im Fest-Gottesdienst schon mal überzeugen. Sein Orgelspiel wird regelmäßig an einem Sonntag im Monat zu den Gottesdiensten erklingen. Sehr wichtig und wertvoll ist die Arbeit mit den Chören unserer Gemeinde, bereits seit Januar hat er die Leitung des Kirchenchores Rüdersdorf und des Gospelchores übernommen. Beide Chöre waren im Gottesdienst ebenfalls zu hören, bis Ende 2015 wurden sie von Ehrenamtlichen geleitet. Die Gewinnung und Ausbildung von Nachwuchsmusikern an Orgel und Posaune gehört außerdem zum Tätigkeitsfeld. Auch den insgesamt 8 Orgeln in unseren Kirchen und im Gemeindezentrum Rüdersdorf wird er wenn nötig seine Aufmerksamkeit widmen. 

Das Arbeitsgebiet des neuen Kantors ist breit gefächert und anspruchsvoll. Wir freuen uns, dass wir als Kirchengemeinde einen fachlich versierten Kantor bekommen haben. Wir heißen Paul Bars herzlich willkommen bei uns und wünschen ihm Gesundheit, Glück und Erfolg sowie Gottes Segen für seine neuen Aufgaben.

Monika Grzanna


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